Hofgeschichten II

Wir haben bereits den Monat März – die Natur steckt voller Energie und sie ist bereit, uns mit all ihren frühlingshaften Eindrücken zu imponieren!!

Auch wir stecken voller Energie und Tatendrang das neue Projekt in Angriff zu nehmen. Die Mühlen der Ämter mahlen langsam und träge und die Bürokratie hierzulande, ist oftmals nicht nur nicht zu verstehen, sondern erfordert einen Berg von Papier, der schier ins Unermessliche zu wachsen scheint.

Aber Energie lässt sich lenken und so sind wir dabei, schon mal die Zufahrt zur Mehrzweckhalle zu errichten. Bagger, Lader und Schubraupen sind im Einsatz. Viel Handarbeit mit Schaufel und Meßgerät sind erforderlich. Der anstehende Weidegang braucht eine Kontrolle der Zäune und die Errichtung eventueller neuer Flächen. Jedes einzelne Tier wird in Augenschein genommen, im Behandlungsstand gegen Würmer und Fliegen versorgt und fehlende Ohrmarken wieder ersetzt. Es ist Pflanz- und Sähzeit, wenn im Herbst die Früchte geerntet werden wollen. Im späten Winter müssen noch mehrere hundert Meter Vogelschutzhecken, ca. 200 Obstbäume und ca. 50 Obststräucher geschnitten werden, das ist eine ziemlich zeitraubende Tätigkeit.

Energie ist ein Thema, das uns immer schon aufhorchen ließ. Wir sind ein biologisch arbeitender Betrieb und sind mit dem Abbau von Kohle und Erdöl, mit Fracking für Erdgas nicht länger einverstanden. Seit über zwanzig Jahren haben wir eine Fotovoltaitanlage auf dem Dach unseres Stalls und wir hätten gerne mehr gemacht. Sonnenenergie ist eine saubere und leicht umsetzbare Stromquelle, leider waren die Zuleitungen, die dafür gebraucht wurden, nicht im Genehmigungsrahmen enthalten. Jetzt müssten wir sie finanziell aus eigener Tasche stemmen, das aus gegebenem Anlaß aber nicht möglich ist. Daher haben wir unseren Anbieter gewechselt und setzen im Moment ausschließlich auf Strom aus Wasserkraft.

Für den Erhalt wichtiger Biotope und unersetzlicher Landstriche hat auch diese Form der Energie seine Grenzen. Beim Neubau der Halle haben wir uns daher für eine zusätzliche Lösung entschieden. Mist macht Wärme, die wir nutzen wollen, um die Wohnungen und die Werkstatt mit Fernwärme zu versorgen. Nebenbei sind wir mit einem Holzofen ausgestattet, der an besonders kalten Temperaturen, eingeheizt werden kann. Noch koche ich sogar fast ausschließlich auf dem Holzofen und im Sommer verlagere ich die Küche nach draußen.