Hofgeschichten im Juli

Mit Pollen so stark gepudert möchte man meinen, dass dieser Wildbiene die Hitze gar nichts mehr ausmachen könnte.

Wenn es wochenlang nicht mehr regnet und die Sonne gnadenlos auf uns niederbrennt, dann werden die Stimmen nach einer Abkühlung richtig laut. Auch ich bin ein Sonnenkind und mag es lieber warm als kalt, aber im Moment ist selbst mir die Hitze ein wenig zu viel. Toll, wenn ich am Nachmittag in den Pool springen kann und somit ein wenig Linderung erhalte. Dennoch mache ich mir viel mehr Sorgen um die Natur, das Ausbleiben des Wassers, dass für die Feldfrüchte und natürlich ganz besonders auch für unsere Wiesen, von Nöten wäre. Mich schmerzt es sogar, wenn ich die vielen braunen Flecken auf den Flächen sehe und nicht nur dort: auch im Garten wird es langsam aber sicher zur Qual, wenn ich beobachte, wie sich die einzelnen Pflanzen kaum noch von der Hitze erholen können, geschweige genügend Wasser im Boden zur Verfügung steht. Selbst im Weiher lässt der Wasserstand derart nach, dass ich mich kaum erinnern kann, dass ich so viel vom Abflussrohr sehen konnte!

Andererseits bringen solche Hitzeperioden mitunter schwere bis schwerste Unwetter. Starkregen und heftige Windhosen reissen dann alles mit sich mit, was nicht gut verankert, sicher abgestellt oder anderweitig geschützt ist. Auf den Wiesen und Feldern läuft das Wasser oberflächlich ab, weil der Boden viel zu hart und trocken ist, um diese Massen aufnehmen zu können und wenn´s hagelt, dann sind die sowieso schon geschwächten Pflanzen ganz dem Niedergang geweiht.

Also doch eine Veränderung mit dem Klimawandel? Dabei kann ich mich durchaus an sehr heiße, trockene Sommer aus meiner Kindheit erinnern. Damals war es der Monat August, der dafür berüchtigt war, dass dieses Wetterextrem kommen wird. Zur Heuernte war der August der geeignetste Zeitraum und in der Getreideernte kam es immer wieder mal vor, dass ein Mähdrescher zu brennen anfing. Wir Kinder waren beinahe täglich im Freibad und draussen unterwegs. Die Nächte waren schwülwarm und schlafen war kaum möglich, weil die Häuser schlechter gedämmt waren und wir unsere Schlafzimmer im ersten Stock hatten. Ich kann mich auch daran erinnern, dass die Luft zu flirren anfing und die Teerstrassen so heiß wurden, dass Lastwagen und schweres Gerät, Spuren hinterliesen. Wenn wir mit dem Rad unterwegs waren vermieden wir diese heißen Strassen, weil man richtig merkte, wie die Hitze vom schwarzen Belag refelektiert wurde. Viel lieber, wenn auch manchmal mit Umwegen verbunden, waren da die Kies- und Nebenstraßen durch einen Wald. Bergauf- und bergab, oft auch über Wurzeln und über ziemlich verwachsene, eher unwegsames Gelände lenkten wir unsere Räder, damals natürlich ohne Gangschaltung und nicht selten waren wir Kinder den Tränen nahe, weil´s eben gar so beschwerlich war.

Wenn ich heute mit dem Rad unterwegs bin, warte ich auf die späteren Stunden, auf dass es a bisserl kühler wird und ich habe eine E-Untertützung, auf die ich nimmermehr verzichten möchte. Radeln ist eines meiner Lieblingsbeschäftigungen und jedes Jahr unternehme ich mit meiner Freundin eine mehrtägige Tour. Der Weg ist das Ziel! Alle Eindrücke und Gerüche, alle zwischenmenschlichen Begegnungen, die landschaftlichen Höhen und Tiefen, die Wetterkapriolen und vieles mehr, machen diesen Urlaub zum einmaligen Erlebnis. Die Planung für nächstes Jahr hat schon wieder begonnen! Es gibt so viele Auswahlmöglichkeiten, dass es uns echt schwer fällt, ein Ziel ins Auge zu fassen. Meist erst ein paar Wochen vor dem Start, sind wir uns sicher und dann steigt zur Freude auch die Aufregung.

“Wer immer in Eile ist, begegnet niemandem – nicht einmal sich selbst.“

Unbekannt