In diesem Jahr haben wir uns entschieden, eine kleine “Kuh-Familie” auf die kleine Weide zu stellen. Bei der Mama handelt es sich um eine zu junge Teenager-Kuh, die ungünstig früh schwanger wurde und jetzt ein Kälbchen geboren hat. Trotz ihrer Jugend hat sie einen guten Mutterinstinkt, säugt ihr Kälbchen zuverlässig und kümmert sich um die Körperpflege ihres Kindes. An ihrer Seite der Jungbulle …. Ein ruhiger Typ, der die kleine Familie komplett macht.
Auch in unserer Familie haben wir Zuwachs bekommen. Am 6. April kam Niklas auf die Welt. Er ist der zweite Sohn unserer dritten Tochter. Viel zu schnell vergißt man, wie klein wir Menschen sind, wenn wir das Licht der Welt erblicken. Welche Hilflosigkeit uns umgibt und wie wir auf die Liebe und Zuneigung der Eltern angewiesen sind. Und zum Glück gibt es da noch eine große andere Familie, wie Tanten, Onkeln, Omas und Opas und, und, und…
Anders ist es bei unseren Rindern, in der die Kleinsten kurz nach ihrer Geburt in der Lage sind, ihren Müttern zu folgen und den Herdenverband als Schutzschild nutzen. Und wenn man die Tierwelt allgemein beobachtet, hat jede Art ihre Strategie entwickelt, ihre Jungen groß zu ziehen. Dabei gibt es Tiere, bei denen dauert es nur ein paar Wochen bis die Jungen flügge sind und dann auf eigenen “Beinen” stehen müssen. Ein faszinierendes Schauspiel z. B. bei den Vögeln, die oft zu zweit dafür sorgen, dass es ihrem Gelege und später dem Nachwuchs gut geht. Ein ständiger Flug vom Nest weg und mit Nahrung im Schnabel wieder zurück. Wenn sie dann bemerken, dass ich auf Beobachtungskurs bin, verharren sie an der angeflogenen Stelle und trauen sich auch noch auf mich zu schimpfen. Schließlich soll ich nicht sehen wo die wertvolle Brut ist, denn alles, also auch ich, wird als potentielle Gefahr bewertet.
Schwieriger zu beobachten ist es bei den Insekten und Schmetterlingen. Kaum einer weiß, dass Wildbienen gerne in Mauslöchern ihre Nester machen. Also sind in diesem Fall, die Löcher der so unbeliebten Wühlmaus eine große Bereicherung für eine andere Art. Und bei der Entscheidung einen alten Baum zu fällen, bedenke man doch, dass ausgerechnet dieses Totholz vielen Insektenarten dazu dient, ihre Eier dort abzulegen. Auch Gräser und bestimmte “Allerwelts”-Gehölze, wie der Schlehdorn, der Weißdorn, die Salweide und ähnlliche, sind nur allzu gute Kinderstuben für die Eiablage und als Futtergrundstock für Raupen bestens geeignet. Und wie jetzt überall bekannt gegeben, die unaufgeräumte Ecke im Garten mit Brennessel und Co. Nicht so hübsch anzusehen, aber von unfassbarem Wert für bestimmte Schmetterlinge, die wir gerne fliegen sehen.
So lässt sich allgemein sagen, dass der Sommer auch ganz ruhig angegangen werden kann, indem man einfach mal ein bisschen weniger tut und gelassener zusieht.
„Familie: Ein bisschen verrückt, ein bisschen laut und ganz viel Liebe.“
Unbekannt