Hofgeschichten im Mai

Bullen und Bienen auf der Obstwiese

Genau auf diese Momente freuen wir uns ganz besonders: zum Einen, wenn es endlich sommerlich warm wird und die Natur mit ihren Farben, Gerüchen und imposanten Eindrücken von Pflanzen und Tieren, echte Ehrfurcht von uns bekommt. Zum Anderen, weil die Tiere es genießen, auf den Weiden ganz nach ihrer eigenen Vorstellung, den Tag verbringen können. Bewegung im Freien, die Sonne, den Regen und auch den Wind spüren dürfen und selbst entscheiden, wo der beste Platz zum Fressen und Rasten ist.

“Nur wenn du liebst, was du tust, musst du an keinem Tag mehr arbeiten.”

Konfuzius

Um bei dem Spruch zu bleiben, müssen wir Konfuzius Recht lassen: Vieles geht wesentlich leichter von der Hand, wenn man Freude bei der Arbeit empfindet und nicht immer nur das Negative und das Belastbare daran sieht. Nicht jeder Tag ist dabei gleich, und so gibt es natürlich auch Zeiten, an denen alles erdrückend wirkt und wir kaum noch Licht am Ende des Tunnels sehen. Dennoch fühlen wir uns hier auf dem Hof in einer gesonderten Stellung und würden mit niemandem tauschen wollen.

Der Tagesablauf liegt nicht in fremden Händen, die Arbeitseinteilung kommt nicht aus einer Datei, die Beurteilung unserer Leistung liegt nicht unbedingt im Auge eines Aussenstehenden und die Bezahlung erfordert keinen Streik oder einen Kniefall vorm Chef. Hier stehen die Zeichen etwas anders. Den Tagesablauf bestimmen die Rinder. Sie sind es, die regelmäßig gefüttert und versorgt werden müssen, deren Wohlbefinden ganz in unserem Interesse liegt. Sie sind unser Kapital!

Die Arbeitseinteilung wird hier eher von der Witterung und der Jahreszeit beeinflusst. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sind maßgeblich daran beteiligt, wie der Einsatz auf dem Feld, der Wiese, dem Stall und den sonstigen Bereichen zugeordnet wird. Auch Maschinenpflege und Reparaturen müssen gemacht werden, die Gebäude und die Einrichtungen in Schuss gehalten werden. Außenanlagen gepflegt und gegebenenfalls bearbeitet werden. Bei all diesem Tun, liegt uns sehr viel daran, so umweltschonend wie irgend möglich zu arbeiten. Vieles geschieht nach der Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich! Nicht jeder Traktoreinsatz ist immer von Nutzen auf dem Feld und genauso ist es auch bei mir im Garten. Nicht jedes Beikraut muss entfernt werden, um nur ja keine “Verunkrautung” entstehen zu lassen. Beikräuter sind Heilkräuter!! Die Natur hat sie uns zur Verfügung gestellt, um sie zu nutzen, nicht um sie zu bekämpfen. Die Tiere wissen das noch und fressen das Gras und das Heu mit vielen Wildkräutern ganz besonders gerne.

Dann kommt da noch die Bezahlung, die den Mythos beherbergt: Viele Maschinen, großer Traktor ist gleich die Million auf dem Konto. Das wäre echt zu einfach!! Wir haben ein gutes Auskommen, weil wir so wirtschaftlich wie möglich agieren. Investitionen sind von Nöten, um die Arbeitsfülle bewältigen zu können. Dabei ist es unumgänglich, die Größe der Maschinen, dem Arbeitspensum anzugleichen. Jetzt ist der Hof und die Hofvermarktung eine gute Lebensgrundlage.

Und das Thema Chef? Hier gibt´s keinen, weil wir uns täglich vor Augen führen, dass die eine Hand die andere wäscht und wir somit aufeinander angewiesen sind. Ganz nach Konfuzius: Mach es mit Liebe, denn machen musst du´s doch!

Die erste Mahd. Wetter passt!