Die Zeit bestimmt, wen du in deinem Leben triffst. Das Herz bestimmt, wen du in deinem Leben willst und das Verhalten bestimmt, wer in deinem Leben bleibt.
Unbekannt
Wenn ich das vergangene Jahr Revue passieren lasse, dann erinnere ich mich an einige Menschen, die mich begleitet haben und von denen ich mich verabschieden musste. Völlig unerwartet und unverständlich wurden sie aus dem Leben gerissen und erinnern daher sehr schmerzlich daran, wie kurz und schnell unsere Zeit auf dieser Welt ist.
Mit dem Leben auf dem Hof wurde ich sehr viel öfter schon mit dem Tod konfrontiert. Auch der Verlust bei unseren Tieren ist nicht ohne Gefühl verbunden. Wenn Tiere geschlachtet werden, weil wir sie für den Verkauf benötigen oder wenn wir uns von einem Kälbchen verabschieden müssen, weil es die schwere Geburt nicht überstanden hat. Auf dem Gartenteil mit der Blumenwiese hat schon so manches Tier sein letztes Plätzchen gefunden. Angefangen vom Singvogel, den die Kinder gefunden hatten, über tote Mäuse, die die Katze verschmäht hat. Aber auch vier Katzen sind dort schon beerdigt und ein Haus- und Hofhund, der an Altersschwäche starb. Sogar ein Rehkitz haben wir schon bestattet, dass meine Tochter mit der Flasche großziehen wollte. Leider ist das bei Wildtieren ein sehr schwieriges Unterfangen, bei dem sehr viel Fachwissen gebraucht wird. Und der kleine Feldhase, der von einem Auto erfasst wurde, liegt ebenso auf diesem Gartenteil. Jedesmal ein tränenreicher Abschied, weil uns die Tierchen so ans Herz gewachsen waren.
Abschied mussten die Kühe im Herbst von den grünen Wiesen und dem Freilauf nehmen, als es im November zurück in die Stallungen ging. Durch die nasskalte Witterung warteten sie voller Ungeduld darauf, dass endlich der große Viehhänger kommt, und sie ins Trockene bringt. Durch die langen Bauarbeiten waren die einzelnen Buchten nicht fertig vorbereitet und die Tiere nicht sortiert, noch passte anfangs die Fütterung und die Einstreu.
Alles war neu – der Stall, der Ablauf, die Buchten, die Tränken, die Aufstallung…., das erkannten auch die Kühe und waren unruhig, legten sich kaum nieder, mussten ständig begutachten und beschnuppern.
Inzwischen sind die Herden neu geordnet, die Kühe so zusammengestellt, dass wieder Ruhe in den Stall eingekehrt ist. Und der Winter draussen, mit mal mehr, mal weniger Schnee und ziemlich kalten Nächten, zwingt schließlich auch zur Ruhe, der Ruhe im Garten. Jetzt nutze ich die Zeit, mich von Dingen zu trennen, die ich im Laufe eines Jahres so angesammelt habe, und die ich beim Wegräumen der Weihnachtsdekoration aussortiere und nicht weiter aufheben werde. Sozusagen auch ein kleiner Abschied von Dekostücken, Kleidungsstücken, Papierkram, Küchenutensilien usw. Doch nach dieser Räumaktion freue ich mich jedes Jahr über den gewonnen Platz, über die gewonnene Ordnung und der Veränderung, die dieses Loslassen mit sich bringt.